50 Jahre Kunsthandwerkermärkte: Schönes machen und Gutes tun

Die „Werkkunstgruppe im Malkasten Rüsselsheim e.V.“ feierte 2026 das 50-jährige Jubiläum ihrer Kunsthandwerkermärkte. Begonnen wurde im Winter 1976 mit 20 Ständen, die in der Aula des Immanuel-Kant-Gymnasiums zum ersten „Rüsselsheimer Kunst- und Kunstgewerbebasar“ einluden. Zwei Jahre später zog die Veranstaltung in die Rüsselsheimer Festung und gewann damit nicht nur mehr Platz, sondern auch ein attraktives Ambiente und die Option für einen zusätzlichen Termin im Sommer. Die Zahl der Aussteller wuchs danach stark an, ebenso der Zuspruch der Gäste, und so war die Kapazität der Gewölbekeller, Innenhöfe und Festungsgräben bald ausgeschöpft. Irgendwann gab es 90 Stände im Winter und 120 im Sommer, und wenn das Wetter mitspielte, Tausende Besucher am Tag. Mittlerweile haben sich diese Zahlen etwas verringert, nicht zuletzt wegen der gestiegenen Sicherheitsauflagen. Was sich nie geändert hat, sind die hohen Erwartungen an die Kreativen, egal ob Profi oder Laie. Sie sind stets persönlich anwesend und ihr Sortiment ist originell, solide und eigenhändig hergestellt. Bewährtes trifft dabei immer wieder auf Unerwartetes, und gastronomische Angebote ergänzen die handwerkliche Vielfalt. Die Organisation der Märkte übernimmt die Werkkunstgruppe übrigens ehrenamtlich. Der erwirtschaftete Reinerlös, ursprünglich durch eine freiwillige Abgabe der Kunsthandwerker, mittlerweile durch feste Standgebühren, fließt überwiegend in soziale und kulturelle Projekte von lokalen Initiativen. Zustande gekommen ist auf diese Weise inzwischen ein Spendenaufkommen von mehr als 300.000 Euro.

Einen kulturellen Mehrwert erfuhr das Marktprogramm vor allem im Rahmen von Jubiläen. 1987 kamen anlässlich der 550-Jahr-Feier der Stadt alle Teilnehmer in historischen Kostümen, und infolge der großen Begeisterung darüber hielt man noch längere Zeit an diesem Brauch fest. Auch das diesjährige Jubiläum wird mit zusätzlichen Attraktionen gefeiert. Im Sommer gibt es eine Begleitausstellung der Künstlergruppe des Malkastens in der Alten Mühle im Verna-Park sowie ein Unterhaltungsprogramm mit Comedy und Jonglage.

Improvisationstalent war schließlich schon früher (und auch außerhalb von Darbietungen) gefragt, zum Beispiel wenn es plötzlich sintflutartig regnete oder gewohnte Einrichtungen nicht mehr nutzbar waren.

2010 mussten die Märkte wegen der Sanierung der Festung auf Ersatzstandorte ausweichen, zuerst in den Verna-Park und danach in das Rathaus. Da der weitläufige Park sehr gut ankam, wurde er seitdem als Sommerstandort beibehalten.

Während der Corona-Pandemie stand der Verein vor besonders großen Problemen. Geplante Märkte mussten teilweise kurzfristig ausfallen und finanzielle Hilfe zur Überbrückung der zweijährigen Pause wurde nötig.

2024 war die Zufahrt zur Festung gesperrt, sodass der Wintermarkt erneut verlegt werden musste, diesmal in „Die Werkhalle“ auf dem ehemaligen Opelwerksgelände.

Das aktuelle Jubiläum ist für die Werkkunstgruppe Anlass, sich bei allen Beteiligten zu bedanken: Zunächst bei den Verantwortlichen und Bediensteten der Stadt für ihre Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung. Danach bei allen Künstlerinnen und Handwerkern, die mit ihrem Angebot dazu beitragen, dass der Markt über Rüsselsheim hinaus einen so guten Ruf hat. Und last but least bei allen Besuchern, die ihm teilweise schon seit Jahrzehnten die Treue halten.

DANKE!

Impressionen
Kunsthandwerkermarkt in der Rüsselsheimer Festung